Erzieherin / Erzieher (Klasse für Freizeit, Tourismus und Kulturarbeit)

Neben sozialpädagogischen Grundlagen werden  Inhalte und Methoden aktueller Freizeit- und Tourismusforschung, kultureller Gemeinwesenarbeit und Freizeitadministration sowie Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft vermittelt.

Ein Schwerpunkt wird auf die Praxisorientierung gelegt. Ausgewählte Module/Inhalte sollen in Kooperation mit öffentlichen Einrichtungen, kommunalen Verbänden und Touristikunternehmen durchgeführt werden und somit eine an den Anforderungen der Praxis ausgerichtete Ausbildung sicherstellen.

Darüber hinaus sieht das Curriculum im Verlauf der Ausbildung insgesamt vierzig Praxiswochen in entsprechenden öffentlichen Einrichtungen oder Tourismusunternehmen im In- und Ausland vor, um erste Praxiserfahrungen zu sammeln und erforderliche Qualifikationen zu vertiefen. Konkrete Projektarbeiten gewährleisten, dass die theoretischen Lerninhalte eine praktische Umsetzung erfahren.

Im Rahmen selbst vorbereiteter Veranstaltungen trainieren die Auszubildenden die Planung und Durchführung freizeitdidaktisch aufbereiteter Bildungsinhalten an außerschulischen Lernorten.

 

Struktur der Ausbildung

1. Ausbildungsjahr

Die ersten zwei Ausbildungssemester erfolgen im Sinne eines pädagogischen Grundstudiums analog der eingeführten Ausbildung zur Erzieherin / zum Erzieher.
Sie dienen der Erarbeitung von pädagogischen, psychologischen und soziologischen Grundlagen. Ebenso erfolgt eine Einführung in angewandte EDV (Word, Excel und PowerPoint) sowie die Einübung aktueller Präsentations- und Moderationstechniken.

Ein erstes zehnwöchiges Praktikum im zweiten Semester stellt die Verknüpfung von Theorie und Praxis sicher. Darüber hinaus bildet die Fremdsprachenausbildung in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt. Neben Englisch wird eine weitere moderne Fremdsprache (Spanisch, Italienisch, Französisch oder Dänisch) zu wählen.

2. Ausbildungsjahr

Die Erweiterung pädagogischer Grundlagen und deren Vertiefung mit besonderem Bezug auf freizeitpädagogische Tätigkeiten erfolgt ab dem dritten Semester. Neben dem schulischen Unterricht in den einzelnen Lernbereichen erfolgt dieses durch ein zweiwöchiges Studienpraktikum.

Die Vorbereitung auf das dritte zwanzigwöchige Praktikum, das in den Sommermonaten während des vierten und fünften Semesters abzuleisten ist, bilden einen weiteren Schwerpunkt.

3. Ausbildungsjahr

Nach Beendigung der vertiefenden zwanzig Praxiswochen werden diese durch eine Hausarbeit/Auftragsarbeit ausgewertet und fachwissenschaftlich nachbereitet.
Ein weiterer Praxisbezug wird durch konkrete Auftrags- und Projektarbeiten in Kooperation mit entsprechenden Praxiseinrichtungen hergestellt. Deren „Ernstcharakter“ erfordert von den Auszubildenden ein hohes Maß an Engagement und Verbindlichkeit. Theoretische Lerninhalte erfahren hier ihre praktische Umsetzung.
Das sechste Ausbildungssemester dient der weiteren theoretischen Vertiefung.

 

Für eine Übersicht zur Ausbildungsstruktur klicken Sie auf das Bild!

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Module

Ab dem 3. Semester ist die Ausbildung modular aufgebaut. Die Inhalte verschiedener Module werden in Kompaktveranstaltungen vermittelt. Die wichtigsten Module sind u.a.:

  • Freizeitdidaktik
  • Didaktik außerschulischer Lernorte
  • Praktische Animation
  • Freizeit und Gesellschaft
  • Presse- u. Öffenlichkeitsarbeit
  • Tourismus und Umwelt
  • Museumspädagogik
  • Medienpädagogik
  • Veranstaltungsmanagement
  • Grundlagen u. -begiffe der Ökonomie/Tourismusökonomie
  • Marketing
  • Interkulturelle Kommunikation

 

Praktika

Praxisorientierung ist ein wesentliches Mermal der Ausbildung. Sie beinhaltet daher 5 Praktika mit einem Umfang von insgesamt 40 Wochen.

1. Unterstufenpraktikum (2. Semester)

Begleitetes Praktikum in sozialpädagogischen Institutionen zur beruflichen Orientierung und Einschätzung der persönlichen Eignung; Schwerpunkt liegt auf Beobachtung und Beschreibung der Kinder und Jugendlichen sowie Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns (10 Wochen).

2. Studienpraktikum/Berufsfelderkundung (3. Semester)

Erkundung möglicher Arbeitsfelder in den Bereichen Freizeit, Tourismus und Kulturarbeit; „Schnupperpraktikum“ in entsprechenden Unternehmen, aber auch aufgabenorientiert, z.B. Programm- und Angebotsrecherchen/-analysen, Experteninterviews etc. (2 Wochen).

3. Begleitetes Projektpraktikum (4. Semester)

Planung, Durchführung und Evaluation von Freizeitangeboten mit einem Kooperationspartner aus der Praxis (3 Wochen).

4. Schwerpunktpraktikum (4./5. Semester)

Begleitetes halbjähriges Praktikum im Freizeit-, Tourismus- oder Kulturbereich (20 Wochen).

5. Auftragsarbeit/Praxisprojekt (6. Semester)

Erarbeitung anwendungsbezogener Lösungen für konkrete Fragestellungen in Kooperation mit regionalen Einrichtungen und Tourismusunternehmen (5 Wochen).

 

Anforderungsprofil

Für den erfolgreichen Abschluss und die spätere Berufstätigkeit werden folgende Basiskompetenzen vorausgesetzt:

  • Mobilität und Flexibilität
  • Fähigkeit zu selbstständigem Lernen und Arbeiten
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Engagement und Verbindlichkeit
  • Teamfähigkeit und Belastbarkeit
  • Sportlichkeit
  • Kreativität und vernetzendes Denken
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Servicebereitschaft
  • Spaß und Freude am Umgang mit Menschen.

 

Zulassungsbedingungen

  1. Es gelten die gleichen Bedingungen wie in der Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher:
    • Schulische Voraussetzung: Realschulabschluss
    • Berufliche Voraussetzungen:
      • der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung oder dem Seearbeitsgesetz sowie der Abschluss der Berufsschule oder der Abschluss einer nach Bundes- oder Landesrecht vergleichbar geregelten Ausbildung oder
      • eine für die Zielsetzung der Fachrichtung einschlägige Berufstätigkeit von drei Jahren oder
      • der Nachweis der Hochschulreife oder Fachhochschulreife in Verbindung mit einem einjährigen sozialpädagogischen Praktikum oder in Verbindung mit einem einjährigen freiwilligen Dienst auf der Grundlage von Bundesgesetzen (z.B. FSJ).
  2. Darüber hinaus findet ein angemessenes persönliches Auswahlverfahren statt, das in einer Zulassungsordnung geregelt ist.
  3. Der Nachweis von Vorkenntnissen und praktischen Erfahrungen in den Bereichen Freizeit, Tourismus oder Kulturarbeit wird empfohlen, ist jedoch nicht Bedingung für die Zulassung.
  4. Es sind fortgeschrittene Kenntnisse der englischen Sprache in Bezug auf Hörverständnis, Leseverständnis und Sprechfertigkeit notwendig. Ist dieses nicht der Fall, wird die Bewerberin/der Bewerber zur Ausbildung nicht zugelassen, es sei denn, sie/er kann bereits zu Ausbildungsbeginn fortgeschrittene Kenntnisse in einer anderen modernen Sprache nachweisen.
  5. Als sprachliche Zulassungsvoraussetzung gilt für alle ausländischen Bewerberinnen/Bewerber der Nachweis der „Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ (DSH) oder vergleichbarer Qualifikationen.

 

 

Kosten des Schulbesuches und finanzielle Förderung

Der Besuch der Fachschule ist schulgeldfrei. Für Besichtigungen, Klassenfahrten, Praktika entstehende Kosten müssen jedoch von der Schülerin bzw. vom Schüler getragen werden. Lernmittel werden im Rahmen der geltenden Bestimmungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Der jährliche Sachkostenbeitrag beträgt 20,00 EUR. Der Besuch der Fachschule kann nach den geltenden Bestimmungen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) gefördert werden. Anträge sind an das zuständige Amt für Ausbildungsförderung zu richten.

Wenn Sie sich erfolgreich bei uns beworben und Ihnen von uns schriftlich bestätigt wurde, dass Sie einen Schulplatz erhalten, benötigen Sie ein aktuelles erweitertes Führungszeugnis (§ 30a BZRG; nicht älter als drei Monate) für dessen Ausstellung ggf. Gebühren anfallen.

 

Anmeldung

Anmeldungen werden im Büro der Elly-Heuss-Knapp-Schule entgegengenommen. Dem Anmeldeformular sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein tabellarischer Lebenslauf
  • ein Lichtbild
  • beglaubigte Nachweise über den schulischen und/oder beruflichen Werdegang entsprechend den Aufnahmevoraussetzungen.
  • Nachweise über die für den Ausbildungsgang förderlichen Qualifikationen (z.B. Übungsleiterscheine, Trainerqualifikationen, Sprachzertifikate etc.).

Eine Rücksendung aller eingereichten Bewerbungsunterlagen können wir aus technischen Gründen leider nicht leisten. Wir bitten deshalb auch darum, keine Bewerbungsmappen, Schnellhefter, Prospekthüllen oder Ähnliches mitzuschicken. Spätester Anmeldetermin für das im August beginnende Schuljahr ist jeweils der 28. bzw. 29. Februar. Spätere Anmeldungen können nur berücksichtigt werden, wenn noch nicht alle Schulplätze vergeben sind. Bitte nur vollständige Unterlagen einreichen. Unvollständige Bewerbungen werden nicht bearbeitet.

Sofern sich mehr Bewerberinnen und Bewerber anmelden als Schulplätze vorhanden sind, findet ein Auswahlverfahren statt. Nach Leistungskriterien erstellen wir ein „Ranking“ und führen danach ein Assessment durch, bei dem wir die Eignung überprüfen.

Nach schriftlicher Zusage eines Schulplatzes wird für die Aufnahme in den gewünschten Bildungsgang ein erweitertes Führungszeugnis (§ 30a BZRG; nicht älter als drei Montate) erwartet. Das Zusageschreiben ist bei der Beantragung vorzulegen. Ohne Vorlage eines solchen Führungszeugnisses am ersten Schultag ist eine endgültige Aufnahme nicht möglich.

 

Bitte überprüfen Sie Ihre Anmeldeunterlagen vor dem Absenden noch einmal mit unserem Bewerbungscheck!

 

Diese Informationen finden Sie auch auf unserem Informationsblatt.